Hattinger Kreuz-Weg
2012
Station 5 Althoff-Stadion Welper
Station 5 Althoff-Stadion Welper

Station 5
Thema:    "Das Kreuz mit dem Fußball"
Standort:  am Althoff-Stadion in Hattingen-Welper
             
Marxstraße 99 (hier finden Sie den Standort 5)

Ab Mittwoch, 21. März 2012, ist das Kreuz nun an der Station 5 vom "Hattinger Kreuz-Weg 2012" zu finden.
Die Verantwortung für diese Station haben Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c von Frau Irma Eckelt der Gesamtschule Hattingen in Welper übernommen
. Dabei wurde auch mit der SG Welper 1893 e.V. zusammengearbeitet. 

Am Freitag, 23. März, haben die Schülerinnen und Schüler um 13.15 Uhr beim "Treffpunkt Kreuz-Weg" präsentiert, was sie erarbeitet haben. Zu einem Pressebericht über diese Veranstaltung auf "derwesten.de" gelangt man hier. Die Texte der Schülerinnen und Schüler können alle auf dieser Seite nachgelesen werden. 



Das Kreuz mit dem Fußball

Als ich meiner Klasse im Februar die Idee des „Hattinger Kreuz-Wegs“ erzählte, stand genau an diesem Morgen ein Bericht über Gewalt im Fußballstadion in der Zeitung. Jemand schlug das Thema vor und ganz schnell wurde klar: Das ist kein Einzelfall. Besonders unsere Fußballer konnten von Ausschreitungen in der Nähe berichten. Seitdem sind wir wachsam und sammeln Zeitungsartikel.

Es ist unglaublich, welche Gewaltaktionen wir nur schon im März zusammen tragen konnten: Ein Fan-Bus aus Mönchengladbach wurde von der Autobahn abgedrängt, in Essen schlugen Fans auf einen Ordner ein, Verletzte und Festnahmen in Wuppertal, ...

Soll nicht gerade der Fußball ein Mannschaftssport sein, bei dem Teamgeist, Fairplay, Zusammenhalten, Spaß, Spannung, jubelnde Fans eine Rolle spielen?

Stattdessen hören wir von Randale, verletzten Fans, Waffen, Schlagstöcken, Reizgas, Bengalos.

Wir nehmen das Kreuz mit dem Fußball in Augenschein, wollen mit dieser Aktion in Welper am Fußballplatz öffentlich unter der Gewalt leiden, wollen aufstehen gegen Gewalt und den Glauben an Miteinander wieder auferstehen lassen.

Irma Eckelt


Spielszene

1.      Szene: Sicherheitskontrolle

Einziehende Zuschauer werden kontrolliert.

Reporter (spricht Fan an): Was sagen Sie zu unseren Sicherheitskontrollen?

Fan: Sie sind schon nervig, diese starken Sicherheitskontrollen. Aber, wenn es sein muss, ist es in Ordnung, damit ja nichts passiert. Ich finde es auf eine Art doch sehr gut, da ich demnächst auch mal meinen Sohn mitnehmen möchte. So, ich gehe jetzt mal in meinen Fan-Block zu meinen …


2.      Szene: Ausschreitungen auf dem Spielfeld

Startpfiff! Das Spiel beginnt. Plötzlich überschreiten einige Spieler die Grenzen und gehen gewalttätig aufeinander los. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel. Ein Spieler wird verarztet.

Reporter: Das Spiel ist unterbrochen worden, wegen Ausschreitungen auf dem Spielfeld. Haben Sie sich das so vorgestellt?

Fan: Also gerade so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich glaube nicht, dass so etwas das Richtige für meinen Sohn wäre. Diese Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld sind ja schlimm!!!

3.      Szene: Hooligans gehen auf Fans der Gegner los

Hooligans machen Randale, werfen Gegenstände, schlagen mit Schlagstöcken.

Reporter: Das Spiel musste schon wieder unterbrochen werden, weil einige Hooligans Gewalt angewendet haben. Wie haben Sie die Szene beobachtet?

Fan: Ja, ich habe gesehen, wie einige mit Schlagstöcken auf gegnerische Fans einschlugen, auch auf die Ordner. Ich finde, es kann nicht sein, dass Spiele dermaßen ausarten und Randale-Macher auf andere einschlagen. Das hat mit Fußballfans nichts mehr zu tun.


4.      Szene: Versuch, das Spiel weiter zu führen

Es wird versucht, das Spiel weiter zu führen, aber es klappt nicht.

Reporter: Es wurde versucht, das Spiel wieder aufzunehmen, aber wir haben es nicht geschafft. Darf ich Sie nach Ihrer Meinung zu dem gesamten Spielverlauf befragen?

Fan: Was ich heute hier an Ausschreitungen gesehen habe, ist unglaublich: Betrunkene Fans, Reizgas, Angriffe auf Ordner, Schlagstöcke, Schlägereien, Gewalt, Ausschreitungen, noch mehr Waffen, ... Kopfschuss.
                                               Pause
Ich werde nie wieder in ein Stadion kommen und meinem Sohn werde ich es auch nicht erlauben!

(Lea und Joana)



Randale im Fußballstadion

Wöchentlich kommt es zu Schlägereien in unterschiedlichen Ausprägungen. Jetzt gerade wieder in Osnabrück bei einem Spiel der dritten Liga (gegen Münster). Randale in einer Art, wie sie widerlicher kaum sein kann, zudem noch mit übelsten Verletzungen. Wenn Täter gefunden werden, sind die Strafen geradezu lächerlich im Gegensatz zu Schaden und Körperverletzungen. In Duisburg hat ein Schiedsrichter Morddrohungen erhalten. Das war aber nicht der einzige Fall. Auch in Oberhausen sind solche Drohungen passiert. Der Linienrichter Nuh Arslan (37) wurde in den Kopf geschossen, außerdem hatte er einen Nasenbeinbruch.

Wieso kann man kein Spiel mehr im Stadion besuchen, ohne Angst zu haben?



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Fußball-Rap!

Weißt du, Alter, hier geht was ab.
Diese Gewalt bringt uns bald ins Grab.
Ist das ein Rasen oder ein Schlachtfeld?
Ich will meine Sicherheit zurück, nicht mein Geld.

Auch hier zeigt das Kreuz: Wir verzichten auf Gewalt.
Wir sagen allen Hooligans und Wilden besser: Halt!

Fußball ist Sport
Wenn’s nicht fair bleibt, ist es Mord -

Mann, wenn die Wilden da losstürmen,
können Leute wie wir nur noch türmen.

Auch hier zeigt das Kreuz: Wir verzichten auf Gewalt.
Wir sagen allen Hooligans und Wilden besser: Halt!

Schlagstöcke tanzen – Das ist kein Scherz.
Gewalt – sie verwundet uns mitten ins Herz.
Fußball wird immer aggressiver.
Tu was dagegen, wieder und immer wieder.

Auch hier zeigt das Kreuz: Wir verzichten auf Gewalt.
Wir sagen allen Hooligans und Wilden besser: Halt!

Fußball soll Spaß machen und keine Angst.
Was bringt das, wenn du um dein Leben bangst.
Wir hoffen, es wird besser,
wir wolln Fußball sehen und keine Messer.

Auch hier zeigt das Kreuz: Wir verzichten auf Gewalt.
Wir sagen allen Hooligans und Wilden besser: Halt!

(Djemo, Hakan)


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1.FC Köln greift gegen „Wilde Horde“-Ultras durch

Die „Wilde Horde 1996“ von dem 1. FC Köln hat einen Fan-Bus von Borussia Mönchengladbach attackiert. Am Samstag gegen den Hertha BSC darf die „Wilde Horde“ nicht ins Stadion.

Einzelne „Wilde Horde“-Mitglieder sind trotz zahlreicher Gespräche in der Vergangenheit immer wieder durch Gewalttaten auffällig geworden.

Nach eigenen Angaben zählt der Club 770 Mitglieder, die Polizei geht von 500 Personen aus, etwa 10 Prozent
davon gelten als gewaltbereit.

Der überwiegende Teil der Wilden Horde begeht keine Straftaten, einige Leute lassen sich aber leicht von gruppendynamischen Entwicklungen anstecken“, sagt ein szenekundiger Beamter.

Der FC erkannte der Wilden Horde am 15.03.12 den Status als Fanklub ab.

(zusammengetragen von Mirjam)





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Halt! Halt! Ein Ende der Gewalt!

Halt! Halt! Ein Ende der Gewalt!

Werft sie raus, sperrt sie ein!

Halt! Halt! Ein Ende der Gewalt!

Lasst uns nicht drunter leiden!

Wir werden hier nicht schweigen!

Wir wollen ein „fair play“!

Let’s  pray!

Fair play!



Erste schlimme Vorfälle

Die Hooligan-Szene trat erstmals ins Blickfeld der Öffentlichkeit, als am 29. Mai 1985 in Brüssel beim Europa-Pokal-Endspiel von Juventus Turin gegen FC Liverpool 39 Menschen bei der Auseinandersetzung starben.

Was sind eigentlich Hooligans?

Hooligan ist das englische Wort für Randalierer. Es wird besonders für gewalt­tätige Sport- bzw. Fußballfans gebraucht. Ursprünglich kommt die Hooligan-Bewegung aus England, woher auch der Begriff stammt.

Mittlerweile gibt es fast überall solche Gruppen, die besonders die Ausein­andersetzung mit anderen Rowdys verfeindeter Gemeinschaften suchen.

Warum wird jemand Hooligan?

Warum schließen sich junge Männer, in der Regel zwischen 15 und 45 Jahre alt, Hooligan- Banden an? Darüber gibt es unterschiedliche Theorien:

Manche sagen, es gäbe ihnen einen Kick, wenn sie durch körperliche Gewalt zeigen, dass sie die Stärkeren sind.

Andere finden die Gemeinschaft der Banden toll.

Eine große Rolle spielen natürlich auch Alkohol und Drogen, nach deren Konsum die Hemmungen verloren gehen und rücksichtslos losgeprügelt wird.